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Festplatten - Die neuen Generationen

Bei fast allen Hardwarekomponenten haben sich in den letzten Jahren erhebliche Innovationen durchgesetzt. Die CD wurde durch die DVD ersetzt, Grafikkarten haben sich den dreidimensionalen Raum und externe Medien die USB-Schnittstelle mit seiner höheren Datengeschwindigkeit erschlossen. Als schnelles Tauschmedium wurde die Diskette fast völlig vom USB-Stick ersetzt.
Ein ähnlicher Entwicklungsschub erlebt derzeit die Festplatte. Neue Techniken, wie SSD und Hybridfestplatte schicken sich an, den PC zu erobern.

Seit einiger Zeit werden von Microsoft, Samsung und weiteren Festplattenherstellern die Hybridplatten als Wunderbeschleuniger des Computers hochstilisiert. Erste Modelle sind bereits auf dem Markt. Hybridfestplatten sind normale Festplatten, die durch einen Flashspeicher und entsprechende Festplattenlogik den Zugriff auf die Daten beschleunigen und den Zugriff auf die Magnetplatten reduzieren sollen. Unter Vista soll sich z.B. der Ladevorgang des Betriebssystems erheblich verkürzen lassen, was besonders bei Notebooks von Vorteil wäre, wo jede Vermeidung eines Zugriffs auf die Festplatte zusätzliche Akkulaufzeit bedeutet.
Inzwischen, nach Einführung des ersten Modelle, scheint aber Ernüchterung eingekehrt zu sein. Die vermuteten Geschwindigkeitsvorteile haben sich im Praxistest nicht bewahrheitet. Die Kosten der neuen Festplatten stehen mit den Geschwindigkeits- und Energievorteilen in keinem Verhältnis zum Preis. Unsere Erfahrungen im Einsatz von Hybridfestplatten bestätigen dies eindeutig. Lediglich im Bereich Datenbanken konnten wir einen geringen Vorteil gegenüber der Verwendung von herkömmlichen Festplatten feststellen.

Dies hat mehrere Gründe. Zum einen hat Microsoft, entgegen aller Ankündigungen, die entsprechenden Funktionen in Vista nur halbherzig umgesetzt und Weiterentwicklungen vorerst auf Eis gelegt. Zum anderen ist die Größe des Flashspeichers aus Kostengründen sehr gering gehalten. Erst mehrere Gigabyte Flashspeicher (mindestens eine Verdoppelung des heute verwendeten, nichtflüchtigen Speichers) hätte das Zeug dazu, einen Teil der hohen Anforderungen stand zu halten. Es ist jedoch ein wenig verwunderlich, dass Notebooks ab Herbst 2007 nur noch das Vista-Prüfsiegel erhalten, wenn in ihnen eine Hybridfestplatte verbaut ist.

Viel höhere Chancen, die heute üblichen Festplatten abzulösen, hätte die SSD (Solid State Drive). Die SSD ist eine Festplatte auf Flashspeicher-Basis, die auf jegliche mechanische und magnetische Teile verzichtet. Die Vorteile liegen auf der Hand: Keine mechanischen Bauteile, höhere Stoßfestigkeit, erheblich geringerer Stromverbrauch, höhere Zugriffsgeschwindigkeiten und kompaktere Bauweise. Dem gegenüber stehen z. Zt. die noch recht geringen Kapazitäten und die hohen Kosten. Wie bei anderen neuen Technologie auch, werden erfahrungsgemäß steigende Produktionszahlen und neue Fertigungstechniken die Preise sinken lassen. Vergleichbares zeigte sich beim bekannten USB-Stick: Dessen Preis lagt am Anfang bei geringer Speichergröße in astronomischen Höhen und ist jetzt fast schon ein Centartikel. Ein Vorteil der herkömmlichen Festplatten sollte aber auch nicht vergessen werden: Für Langzeitarchivierungen sind diese auf Grund der Technik viel besser geeignet.

Im professionellen Umfeld sehen wir für Hybridfestplatten und SSD noch keine sinnvollen Anwendungen, weder beim Einsatz in Notebooks noch im Server- oder Workstationbereich. Beim derzeitigen Entwicklungstempo werden wir unsere Meinung aber wohl in 1 bis 2 Jahren revidieren müssen, denn sobald die Preise der Medien in den Bereich von herkömmlichen Festplatten fallen und die Kapazitäten steigen werden, sind vermutlich die Zeiten der allgegenwärtigen, herkömmlichen Magnetfestplatte gezählt.

( H. Furchtmann / 01.04.2009 )

 

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